Hochschijen „Friendfresser mit Ausstieg Südgrat“ 6b, 320m

Ohne Plan in hohen Sphären.

 

Im Granit

Im Büro.
Das Klappern auf der Tastatur.
Der Blick, er schweift ab und kommt zur Ruhe auf Fingern und Handrücken.
Auf der Zierde an Hautabschürfungen.
Kleine rote Wunden wie kleine grüne Inseln in einem monoton grauen Ozean.
Doch keine Verletzungen!
Erinnerungen!
Auszeichnungen!
Das Besondere, von dem man glaubt, es hebe einen über die Alltäglichkeit, über das Gewöhnliche hinauf.

Und plötzlich
zurück:

Im Granit

Das Geräusch beim Drehen des Fußes zum Verklemmen im Riss.
Als würde eine Mutter auf eine besandete Schraube festgezogen.
(nach zu kommt ab)
*grtsch*
Eingerastet!

Der Druck der Felswand auf die Hand:
der weiche Daumenballen – ein Kissen, das jede Unebenheit ausfüllt und umschließt;
sein Gegenspieler – der wie mit Seidenpapier bespannte Handrücken,
den jede kleine Reibung an den glassplitterscharfen Felszähnchen aufs neue zerfetzt.

Die andere Hand misst die Rissbreite und nestelt nach dem passenden Cam.
Was auf hundert Metern ein leichtes Memoryspiel ist,
wird auf zweitausendfünfhundert Metern zum Schachsport.
Also nochmal: ein Finger – lila; eineinhalb Finger – grün; zwei Finger – rot; schmale Hand – gelb; breite Hand – blau; Faust – grau. Das ist das Spiel.

Nichts, außer den Fragen, die das sondierende Auge aufwirft.
Der Körper ist gespannt.
Gefahr, Angst, Überwindung…
Stand!
Und mit dem Blick eines Vogels,
nein,
eher doch mit dem Blick eines in den Himmel ragenden Granitzackens schaue ich um mich
und blicke nur auf meinesgleichen.

Im Büro.
Das Klappern auf der Tastatur.
Heute noch einkaufen, abwaschen, Betten machen, Kochen, Waschmaschine.